Am 14. Juli 2025 ist Maria Schulz gestorben.
Als Gründungsmitglied setzte sie sich mit anderen Naturschützern in den 1990iger Jahren für die Schaffung einer Biologischen Station in Solingen ein, damit Artenschutz, Pflege- und Entwicklungsplanung von Naturschutzgebieten und die Öffentlichkeitsarbeit für die Interessen der Natur in einer professionellen Institution verankert werden. Sie übernahm in der schweren Anfangszeit die Sprecherfunktion und führte die Verhandlungen mit Stadt und Land zur Gründung einer Biologischen Station.
Mit der Gründung des Trägervereins Biologische Station Mittlere Wupper e.V. übernahm die langjährige Diplom-Handelslehrerin für rund 10 Jahre die Aufgabe der Schatzmeisterin. In den Anfangsjahren war sie quasi Buchhalterin, Steuerberaterin und Personalreferentin in einem – man kann erahnen wie viel Zeit sie hierin investierte. Und ihr ist es zu verdanken, dass der Trägerverein so sicher und finanziell solide durch die Anfangszeit kam.
Das Wirken für den Natur- und Umweltschutz von Maria Schulz ging aber weit über die Arbeit für die Biologische Station hinaus. Als langjährige Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz in Solingen war es maßgeblich ihrem Einsatz zu verdanken, dass der BUND in Solingen präsent blieb.
Im Solinger Ökofond, einem überparteilichen Zusammenschluss von Projektgruppen, Initiativen und Vereinen setzte sie sich für die Förderung von Ausländer-, Friedens- und Umweltinitiativen ein und im Landschaftsbeirat vertrat sie die Interessen der Naturschutzverbände. Fast zwanzig Jahre ist sie in der Solinger Bachschaukommission mitgelaufen, um Fremdeinleitungen aufzuspüren oder mit Müll zugekippte Quellbereiche aufzustöbern. Das große Netz aus Flüssen, Bächen und Bächlein in Solingen kannte sie wohl wie wenige andere.
2004 wurde sie für ihre Verdienste im Naturschutz mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.
Maria Schulz gehörte zu jenen Menschen, die Natur- und Umweltschutz nicht nur fordern, sondern tagtäglich leben. Wer Maria Schulz früh morgens in Mittelfürkelt besuchte, konnte sie im Sommer bereits im Garten entdecken, wie sie nach Kaffee und Zeitungslektüre gerade die Wiese mit der Sense mähte oder das Staudenbeet jätete. Und schon war man ein bisschen im Mikrokosmos von Maria Schulz, die gelebten Umweltschutz als großes Abenteuer empfand. Sie war eine der allerersten Besitzerinnen einer Photovoltaikanlage in Solingen und lebte mit der Jahreszeit, dem Wetter und der Natur.
In ihrer ruhigen und bescheidenen Art war ihr dabei jegliches Aufsehen über ihre Person unangenehm und Danksagungen und Belobigungen beantwortete sie dann mit „Das wäre aber nun wirklich nicht nötig gewesen“.
Ohne Maria Schulz wäre die Biologische Station Mittlere Wupper nicht das, was sie heute ist. Das Team und der Vorstand der Biologischen Station werden sie immer in Erinnerung halten.

