Naturschutzgebiet Hardenberger Bachtal mit Nebengewässern und Buchenmischwaldkomplexen – Teilgebiet Ötersbach

Wo die traditionelle Landwirtschaft verschwunden ist, kann die Artenvielfalt durch Naturschutz erhalten bleiben

Das gut 22 Hektar große Untersuchungsgebiet „Ötersbach“ ist Teil des insgesamt etwa 136 Hektar umfassenden Naturschutzgebietes „Hardenberger Bachtal mit Nebengewässern und Buchenmischwaldkomplexen“. Der Ötersbach fließt hier durch das stark zertalte Hügelland, das durch ein Mosaik aus bachbegleitenden Wiesen und Weiden, Ufergehölzstreifen und Kopfbäumen, kleinen Quellzuflüssen, Teichen, Hecken und Waldstücken geprägt ist. Wegen der Aufgabe der kleineren, landwirtschaftlichen Betriebe werden heutzutage jedoch viele der Wiesen nicht mehr genutzt, andere wurden zu größeren Parzellen zusammengelegt und werden von außerhalb des Gebietes liegenden Großbetrieben bewirtschaftet. So geht der durch die traditionelle Landwirtschaft einst geschaffene Strukturreichtum und die damit verbundene Artenvielfalt langsam wieder verloren. Durch die Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen innerhalb des Naturschutzgebietes kann diesem Prozess jedoch entgegengewirkt werden.

Der Ötersbach entspringt südlich der Hofschaft Kobeshäuschen und mündet nach etwa 1.400 Metern in den Hardenberger Bach. Er ist, ebenso wie seine Zuflüsse, vor allem durch die steinige Gewässersohle und ein relativ starkes Gefälle gekennzeichnet. Hier leben die seltene Wasseramsel und die Gebirgsstelze, die sich hauptsächlich von den im Bach lebenden Insektenlarven ernähren. Die im Bach vorkommenden Fische, wie Groppe und Bachforelle, bleiben von ihnen unbehelligt. Der Oberlauf des Ötersbaches und die dort einmündenden kleineren Bäche fließen durch tief eingeschnittene Siefentäler mit schluchtartigen Talhängen. Sie bieten dem Feuersalamander einen geeigneten Lebensraum, dessen Larven im Bach heranwachsen. An einigen Stellen sind die naturnahen Bäche aufgestaut und in Auenbereichen haben sich Tümpel ausgebildet. Doch auch künstlich angelegte Fischteiche werden von den Bächen gespeist. In diesen Gewässern sind weitere Amphibien, wie die Erdkröte und der Grasfrosch, zu Hause. Die Hänge des Bachtales sind vor allem durch Wiesen, aber auch durch Buchen- und Buchenmischwälder geprägt und beherbergen seltene Vogelarten, wie den Grün- und den Kleinspecht.

Bestandsaufnahme durch die Biologische Station

Für das Tal des Ötersbaches erfasste die Biologische Station in 2004 und 2005 die Biotoptypen, die Pflanzenarten der Roten Liste und der Vorwarnliste, sowie alle vorkommenden Vogel-, Amphibien-, Reptilien-, Tagfalter-, Heuschrecken- und Libellenarten. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen fasste die Biologische Station in einem Bericht zusammen und machte auf dieser Grundlage auch Vorschläge für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen der einzelnen Flächen im Untersuchungsgebiet.

Das Potenzial des Gebietes ausschöpfen

Bei der Erfassung der Biotoptypen fiel zwar der hohe Anteil an Feucht- und Magerwiesen auf, trotzdem wurden im Untersuchungsgebiet mit dem Spreizblättrigen Greiskraut, dem Sumpf-Weidenröschen, dem Sumpf-Veilchen und dem Teufelsabbiss nur vier Pflanzenarten der Roten Liste gefunden, die allesamt auf den Feuchtwiesen wachsen. Was seltene Tierarten betrifft, so kommen auch hier zwar gefährdete Arten, wie die Rauchschwalbe, der Teichrohrsänger oder die Glänzende Smaragdlibelle vor, allgemein liegen die Artenzahlen und die Häufigkeiten aber niedriger als für die vorhandenen Lebensräume zu erwarten wäre.

Über den bloßen Schutz der derzeit vorhandenen Biotope, Tier- und Pflanzenarten hinaus sollte die Entwicklung des Untersuchungsgebietes deshalb darauf abzielen, den Wert der Biotope durch Pflege und Entwicklungsmaßnahmen zu steigern. Vor allem die Bäche können durch geeignete Maßnahmen, wie das Entfernen von Teilverrohrungen und Uferbefestigungen, naturnaher gestaltet werden, aber auch die brachliegenden Feucht- und Magerwiesen sollten wieder extensiv genutzt und durch Mähen und Beweiden in ihrer Artenzusammensetzung verbessert werden. Rund um die Hofschaft Peckeshütt ist mit der Wiederaufnahme einer Wiesen- und Weidenutzung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes mit der Stadt Wuppertal bereits ein wichtiger Anfang gemacht worden.

NSG Hardenberger Bachtal Teilgebiet Ötersbach

NSG Hardenberger Bachtal Teilgebiet Ötersbach

 

Strukturreiche Teiche wie bei Peckeshütt bieten vielen Libellenarten einen Lebensraum

Strukturreiche Teiche wie bei Peckeshütt bieten vielen Libellenarten einen Lebensraum

 

Extensive Beweidung kann die Artenvielfalt auf den Weiden erhöhen

Extensive Beweidung kann die Artenvielfalt auf den Weiden erhöhen

 

Betreuungsgebiete > Wuppertal > Naturschutzgebiet Hardenberger Bachtal mit Nebengewässern und Buchenmischwaldkomplexen – Teilgebiet Ötersbach