Naturschutzgebiet Unteres Morsbachtal mit Hölterfelder Siefen und Fürberger Bachtal

Ein städteübergreifendes Schutzgebietspuzzle

Der Morsbach ist einer der größten Wupperzuflüsse im Bergischen Land. Sein tief eingeschnittenes, bewaldetes Tal zieht sich nahezu durch den gesamten Remscheider Norden und bildet dann, bis zu seiner Mündung bei Müngsten, über weite Strecken die Grenze zwischen Remscheid und Wuppertal. In beiden Städten stehen Teile des Morsbaches mit seinen kleineren Seitenbächen, den angrenzenden schmalen Auen und den steilen Talhängen unter Naturschutz. So fügen sich das Remscheider Schutzgebiet „Unteres Morsbachtal mit Hölterfelder Siefen und Fürberger Bachtal“ und das Wuppertaler Schutzgebiet „Morsbach und Rheinbach“ entlang des Morsbaches wie Puzzleteile zu einem über 85 Hektar großen Schutzgebietskomplex zusammen. Nicht nur seltene Arten wie die Blauflügel- Prachtlibelle leben hier, auch der Lachs, der in diesem Gewässersystem seit mehr als 100 Jahren ausgestorben war, soll wieder angesiedelt werden. Der Erfolg dieses Versuches kann jedoch erst in einigen Jahren beurteilt werden, wenn die ausgewachsenen Lachse aus dem Meer zurückkehren, um zu laichen.

In drei Teilen erstreckt sich das etwa 36 Hektar große Gebiet „Unteres Morsbachtal mit Hölterfelder Siefen und Fürberger Bachtal“ entlang des Morsbachtales von Haster Aue bis Müngsten. Mit insgesamt 16 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste, von denen mehrere an keiner anderen Stelle in Remscheid vorkommen, wie zum Beispiel das Borstgras, hat das Gebiet eine hohe Bedeutung für den Artenschutz. Am Morsbach selbst brüten Eisvogel und Wasseramsel, die hier auch ihre Nahrung suchen, und in dem einzig vorhandenen größeren Weiher im Talgrund des Morsbaches vermehren sich sieben von acht im Gebiet lebenden Amphibienarten, darunter Bergmolch, Fadenmolch, Erdkröte und Grasfrosch. Nur die Larven des Feuersalamanders leben in den kleineren Seitenbächen, wie Fürberger Bach und Hölterfelder Siefen. Vor allem in diesen Nebentälern liegen auch ungenutzte Feucht- und Magerwiesen, auf denen die meisten der seltenen Pflanzenarten im Gebiet wachsen, wie das Spreizende Wasser-Greiskraut und der zart violett blühende Gewöhnliche Teufelsabbiss. Eine floristische Besonderheit im Fürberger Bachtal ist der größte aktuell im Bergischen Städtedreieck bekannte Bestand des seltenen Borstgrases. Die Pflanze mit den harten, borstenähnlichen Blättern kommt nur auf nährstoffarmen, sauren Böden vor. Die umliegenden Talhänge des Naturschutzgebietes sind überwiegend mit Hainsimsen-Buchenwald bedeckt, in dem der Kleinspecht und andere seltene Vogelarten zu Hause sind.

Ein Plan zur Pflege und Entwicklung

In den Jahren 2004 und 2009 erfasste die Biologische Station im Naturschutzgebiet „Unteres Morsbachtal mit Hölterfelder Siefen und Fürberger Bachtal“ die Biotoptypen, sowie die Pflanzen, Vögel, Amphibien, Reptilien, Libellen und Heuschrecken der Roten Liste und der Vorwarnliste. Auf der Grundlage der gesammelten Daten erarbeitete die Biologische Station Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung des Gebietes und fasste diese mit den Geländedaten in einem Pflege- und Entwicklungsplan zusammen.

Mähen und Beweiden hat Priorität

Besonders wichtig ist es, die wertvollen Feucht- und Magerwiesen des Naturschutzgebietes zu mähen oder zu beweiden. Diese Aufgabe darf nicht aufgeschoben werden, sonst werden die seltenen Pflanzenarten, die dort vorkommen, von anderen Pflanzenarten verdrängt und die Flächen wachsen im Laufe der Zeit mit Büschen zu. Zusätzlich breiten sich vor allem im Talgrund des Morsbaches konkurrenzstarke, fremdländische Pflanzenarten (Neophyten) wie der Riesen-Bärenklau, der Japan-Flügelknöterich und das Drüsige Springkraut aus. Ihre Bestände müssen beobachtet und wenn nötig entfernt werden, damit sie einheimische Pflanzenarten nicht verdrängen. Zum Schutz der Bäche und Teiche sollten organische oder chemische Verschmutzungen, zum Beispiel durch Düngemittel, so weit wie möglich verringert werden. Die Teiche bleiben außerdem nur dauerhaft erhalten, wenn sie gelegentlich von Wasserpflanzen, wie dem Flutenden Schwaden, und von Schlamm befreit werden. Sonst werden sie mit der Zeit immer flacher und verschwinden schließlich ganz. In den Wäldern sollten standortfremde Baumarten, wie Fichten, durch standortgerechte Laubbaumarten, wie Buchen, ersetzt werden.

morsbachtal-karte

 

Naturnaher Abschnitt des Morsbaches im Naturschutzgebiet „Unteres Morsbachtal mit Hölterfelder Siefen und Fürberger Bachtal“

Naturnaher Abschnitt des Morsbaches im Naturschutzgebiet „Unteres Morsbachtal mit Hölterfelder Siefen und Fürberger Bachtal“

 

Das seltene Borstgras wächst in Horsten auf mageren Wiesen und Weiden

Das seltene Borstgras wächst in Horsten auf mageren Wiesen und Weiden

 

Neben den Feuchtwiesen beherbergen auch die Magerwiesen des Naturschutzgebietes seltene Pflanzenarten, wie das Wiesen-Kammgras

Neben den Feuchtwiesen beherbergen auch die Magerwiesen des Naturschutzgebietes seltene Pflanzenarten, wie das Wiesen-Kammgras

 

 

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