Naturschutzgebiet Dörpetal und Seitentäler

Je wertvoller die Wiese, desto außergewöhnlicher die Gäste

Das drittgrößte Naturschutzgebiet Remscheids wird vor allem durch wertvolle Feucht- und Magerwiesen entlang der Dörpe und der angrenzenden Bachtäler geprägt. Sie sind besonders für seltene Pflanzen, wie den Wald-Schachtelhalm und das Sumpf-Veilchen, ein wichtiger Lebensraum. Überhaupt erweist sich das gut 78 Hektar große Gebiet als besonders artenreich, gerade auch was Vögel und Tagfalter anbelangt. Von den 95 durch die Biologische Station erfassten Vogelarten stehen allein 33 auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste, darunter zum Beispiel die Rauchschwalbe und der Neuntöter. Von den 24 gefundenen Tagfalterarten hat der Kaisermantel im Dörpetal seinen einzigen steten Flugort und auch der Braune Feuerfalter konnte hier nach Jahrzehnten das erste Mal wieder beobachtet werden.

Die artenreichen Wiesen und Weiden des Dörpetals und seiner Seitentäler sind einst durch die kleinbäuerliche Bewirtschaftungsweise entstanden. Sie wurden gemäht und beweidet, wodurch ihre Vielfalt erhalten blieb oder sogar noch vergrößert wurde. Viele dieser kleinen Betriebe existieren heute jedoch nicht mehr. Auf den nun ungenutzten Flächen verschwindet die Vielfalt zugunsten einiger weniger Pflanzenarten und sie wachsen nach und nach mit Büschen und jungen Bäumen zu. Neben den Feucht- und Magerwiesen bieten besonders die zahlreichen naturnahen Bäche und strukturreichen Laubgehölze einen Lebensraum für seltene Tierarten. So findet man zum Beispiel in den Bächen die Larven von Feuersalamander und Blauflügel-Prachtlibelle, an ihren Ufern den Eisvogel und in den an das Offenland grenzenden Waldbereichen den Sperber und den Schwarzspecht. Auch Waldeidechse und Ringelnatter sind im Gebiet zu Hause.

Tier- und Pflanzenerfassung zum Schutz der Natur

Die Biologische Station erfasste im Naturschutzgebiet „Dörpetal und Seitentäler“ zwischen 2005 und 2008 die Biotoptypen, die Pflanzen der Roten Liste und der Vorwarnliste, sowie flächendeckend die Vogel-, Reptilien-, Amphibien-, Tagfalter-, Heuschrecken- und Libellenarten.
Anhand der gesammelten Daten stellte die Biologische Station jene Flächen zusammen, die einen herausragenden Artenbestand und weiteres Entwicklungspotenzial aufweisen. Nach einer in 2008 durch die Wasserbehörde Remscheid organisierten Gewässerbegehung entlang eines Abschnittes der Dörpe erarbeitete die Biologische Station außerdem Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung dieses Bachabschnittes.

Wertvolle Wiesen erhalten und der Dörpe Freiraum geben

Wenn die Pflege auf sich warten lässt, verändern sich die besonders wertvollen bachbegleitenden Feucht- und Magerwiesen zum Negativen. Deswegen müssen sie, wenn man die Artenvielfalt erhalten möchte, möglichst bald gemäht oder beweidet und von Büschen befreit werden. Einige von ihnen sind auch durch eine Belastung mit Düngemitteln oder durch die Bebauung der benachbarten Gebiete gefährdet, die zu einer Insolation der Wiesen führen kann. Manche Wiesen sind sogar durch Aufforstung bereits verschwunden. Auch im Dörpetal und seinen Seitentälern besteht außerdem, wie in vielen anderen Naturschutzgebieten der Region, an einigen Stellen die Gefahr, dass seltene Pflanzen durch den sich stark ausbreitenden Adlerfarn oder durch nicht einheimische konkurrenzstarke Pflanzen, wie das Drüsige Springkraut oder den Riesen-Bärenklau, verdrängt werden. Solche Entwicklungen müssen genau beobachtet werden, damit diese Pflanzen rechtzeitig bekämpft werden können. Die Dörpe selbst ist über weite Abschnitte begradigt und teilweise sogar mit Steinriegeln versehen. An solchen Stellen fließt sie wie in einem Korsett und wird an ihrer natürlichen Fließgewässerdynamik gehindert. Durch die Entfernung der Steinriegel, die Auszäunung von Uferbereichen und ähnliche Maßnahmen kann man ihr jedoch die Möglichkeit geben, natürliche Gewässerstrukturen, wie Aufkiesungen, Inselbildungen, Laufverengungen und – weitungen oder Bereiche unterschiedlicher Tiefe und Strömungsgeschwindigkeit auszubilden.

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Ausgedehnte Wiesen und Weiden prägen das Dörpetal und seine Seitentäler

Ausgedehnte Wiesen und Weiden prägen das Dörpetal und seine Seitentäler

 

Der seltene Kaisermantel hat im Naturschutzgebiet Dörpetal und Seitentäler seinen einzigen steten Flugort in der Region

Der seltene Kaisermantel hat im Naturschutzgebiet Dörpetal und Seitentäler seinen einzigen steten Flugort in der Region

 

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