Städteübergreifendes Schafbeweidungsprojekt

Kein „Däumchen drehen“ beim Erhalt wertvoller Kulturlandschaft – die Heide will gepflegt werden

Noch vor hundert Jahren zog sich ein schmales Landschaftsband von weitläufigen Heideflächen und unzugänglichen Bruchwäldern am Westrand des Bergischen Landes entlang. Relikte dieser Landschaft sind heute noch in den drei FFH-Gebieten „Hildener Heide“, „Ohligser Heide“ und „Further Moor“ zu finden. Dort bieten sie seltenen Tier- und Pflanzenarten, wie der Waldeidechse und dem fleischfressenden Sonnentau, einen Lebensraum. Anders als der Bruchwald ist die Heide als Kulturlandschaft durch menschliche Nutzung entstanden. Deshalb benötigen die Heideflächen in den Naturschutzgebieten dauerhafte Pflege, damit sie erhalten bleiben und nicht im Laufe der Zeit mit Büschen und Bäumen zuwachsen. Anstatt Gras und junge Bäume in kostspieligen Pflegeeinsätzen zu beseitigen, wird die Heide seit dem Jahr 2002 wieder traditionell mit einer Hüteschafherde beweidet.

Finanziert wird dieses Projekt des Kreises Mettmann und der Städte Hilden, Solingen und Langenfeld über eine Vertragsnaturschutz-Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Biologischen Stationen Haus Bürgel (Düsseldorf, Kreis Mettmann) und Mittlere Wupper kontrollieren die einzelnen Heideflächen regelmäßig auf ihren Zustand und bestimmen deren Beweidungszeitpunkt und die Beweidungsintensität. So kann ein optimales Pflegeergebnis erzielt werden, das die Entwicklung seltener Tier- und Pflanzenarten, wie der Zauneidechse und der Moorlilie, fördert.

Wollige Landschaftspfleger

Im Gegensatz zu Kühen und Pferden fressen Schafe ganz gezielt bestimmte Pflanzen und können vom Schäfer so gehütet werden, dass die Flächen nur teilweise, oder in unterschiedlicher Intensität beweidet werden. Doch nicht jede Schafrasse kommt mit dem feuchten Boden und dem kargen Futter der Heide- und Moorlandschaft zurecht. Die äußerst robusten und genügsamen Moorschnucken eignen sich jedoch hervorragend zur Beweidung nährstoffarmer und feuchter Heidegebiete. So findet diese vom Aussterben bedrohte alte Haustierrasse heute in der Landschaftspflege ihren Einsatz.

Ausflugstipp

Wer Heide und Bruchwald näher kennen lernen möchte, findet in den Infokästen an den Eingängen der Ohligser Heide den Flyer „Heidepfad“. Auf zwei Rundwanderwegen durch das Naturschutzgebiet erfahren Sie Sehens- und Wissenswertes über dessen Geologie, Tiere und Pflanzen. Besonders wenn die Schafherde im Sommer im Gebiet unterwegs ist, oder im August zur Heideblüte, lohnt sich ein Besuch. Zu diesen Gelegenheiten bietet die Biologische Station Mittlere Wupper in ihrem Veranstaltungsprogramm auch regelmäßig Exkursionen an.

Wer die Heideflächen unserer Region über Solingen hinaus erkunden möchte, findet in der Freizeitbroschüre „Hilden erleben“ und in der „Freizeitkarte Solingen“ jeweils eine ausführliche, von den Biologischen Stationen Haus Bürgel und Mittlere Wupper gestaltete Heide-Wanderung. Die Karten sind im Buchhandel und in den Bürgerbüros der Städte Hilden und Solingen erhältlich.

Foto Moorschnucken: Biologische Station Haus Bürgel

Der Triebweg der Schafherde durch die Heide-Naturschutzgebiete

Der Triebweg der Schafherde durch die Heide-Naturschutzgebiete

 

Auch die Kleinen knabbern schon für den Naturschutz: Moorschnuckenlämmer in der Heide

Auch die Kleinen knabbern schon für den Naturschutz: Moorschnuckenlämmer in der Heide

 

Dank der Heidepflege können Besucher seltene Pflanzen, wie die Glockenheide, bewundern

Dank der Heidepflege können Besucher seltene Pflanzen, wie die Glockenheide, bewundern

 

 

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