Netzwerk Umwelt – eine Kooperation der Biologischen Stationen im Rheinland mit dem Landschaftsverband Rheinland

Unter dem Motto „Netzwerk Umwelt bilden – Umweltschutz stärken“ entstand Ende des Jahres 2007 eine Kooperation zwischen dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und den 18 Biologischen Stationen des Rheinlandes. In dieser Zusammenarbeit werden Projekte aus den Bereichen Umweltbildung und Barrierefreiheit, Kulturlandschaft und Biotop- und Artenschutz verwirklicht.

Für das Jahr 2007 stellte der LVR erstmalig Finanzmittel zur Umsetzung von Projekten aller beteiligten Biologischen Stationen zur Verfügung. Im Jahr 2008 und 2009 wurde dieser Betrag auf Grundlage der sehr positiven Reaktionen auf die begonnenen Projekte aufgestockt. An den einzelnen Projekten sind oft mehrere Biologische Stationen beteiligt, so dass die Kooperation mit dem LVR auch zu stärkerer Kooperation und Vernetzung der Biologischen Stationen untereinander führt.

Die Biologische Station Mittlere Wupper ist an folgenden durch den LVR geförderten Projekten beteiligt:

lvr_logo

Der Apfelsaft fließt nicht weit vom Stamm – Optimierte Regionalvermarktung von Streuobstprodukten

Projektleitung: Biologische Station Mittlere Wupper
Kooperationspartner: Arbeitskreis Obstwiesen Bergisches Städtedreieck

Schon seit 2004 hat sich der Arbeitskreis Obstwiesen Bergisches Städtedreieck unter Federführung der Biologischen Station Mittlere Wupper aktiv der Förderung vitaler Obstbaumbestände im Bergischen Städtedreieck angenommen. Der LVR unterstützt diese Arbeit seit 2007 und ermöglichte so unter anderem die Anschaffung einer digitalen eichfähigen Waage zur Einrichtung mobiler Obstsammelstellen und den Kauf einer mobilen Obstpresse, die bei der Biologischen Station ausgeliehen werden kann. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Obstlese – Erzähl-, Tanz- und Lesereihe an ungewöhnlichen Orten“ wurde das Thema Obstwiese Kindern und Erwachsenen auf vielfältige Weise näher gebracht. Dabei wurden lokale Akteure, wie zum Beispiel die Stadtbibliothek Solingen, mit einbezogen. Eine Fortführung der erfolgreichen Veranstaltungsreihe und eine Ausstellung werden derzeit geplant.

Tanz auf einer Obstwiese in Solingen Schaberg

Tanz auf einer Obstwiese in Solingen Schaberg


Natur entwickeln – Natur erleben auf der Bergischen Heideterrasse zwischen Hilden, Solingen und Langenfeld

Projektleitung: Biologische Station Mittlere Wupper
Kooperationspartner: Biologische Station Haus Bürgel

Die Bergische Heideterrasse liegt am naturräumlichen Übergangsbereich zwischen der Niederrheinischen Bucht und dem östlich gelegenen Bergischen Land. Als 2-3 km breites Band erstreckt sie sich von Duisburg im Norden bis Siegburg im Süden. Während sich die Bergische Heideterrasse im 19. Jahrhundert noch als mehr oder weniger durchgehendes Heidegebiet darstellte, sind heute nur noch Heiderelikte erhalten, die vor allem in den Naturschutzgebieten liegen. Zwischen diesen Heidegebieten finden sich heute vor allem Wälder, Grünland und Ackerbereiche. Ziel des Projektes ist es, den Biotopverbund zwischen den drei FFH-Gebieten „Hilden- Spörklenbruch“, „Ohligser Heide“ und „Further Moor“ durch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zu stärken und die Bergische Heideterrasse zwischen Hilden, Solingen und Langenfeld durch Naturerlebnisangebote stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

Das Rückepferd „Plautus„ im Einsatz für den Naturschutz

Das Rückepferd „Plautus„ im Einsatz für den Naturschutz


Flüsterwald – Erlebnisse in wertvoller Natur

Projektleitung: Biologische Station Mittlere Wupper
Kooperationspartner: Untere Landschaftsbehörden Remscheid und Solingen, Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung e.V., Zweckverband Naturpark Bergisches Land e.V., Lebenshilfe Werkstatt für Behinderte, Natur-Schule Grund, Biologische Station Waldschule Solingen, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), vertreten durch die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA), ehrenamtlicher Naturschutz

Zwischen Remscheid und Solingen sucht sich die Wupper ihren Weg von Müngsten nach Burg durch ein steilwandiges Kerbtal. Das Tal und die kleineren Seitentäler sind geprägt durch strukturreiche Laubwälder und zahlreiche Bäche. Dieser Teil des FFH-Gebietes „Wupper von Leverkusen bis Solingen“ bietet einen Lebensraum für seltene und geschützte Arten wie den Eisvogel, das Flussneunauge, den Prächtigen Dünnfarn oder den Feuersalamander und ist gleichzeitig ein beliebtes Naherholungsziel für Remscheider, Solinger und Wuppertaler. Ziel des Projektes ist es, den naturbezogenen, sanften Tourismus und das Naturerleben im Einklang mit den Schutzzielen des FFH-Gebietes für die Bevölkerung zu ermöglichen. Leitlinie ist, das Potenzial des einzigartigen Naturraumes zu nutzen, um Angebote im Bereich Umweltbildung und Tourismus in Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren zu entwickeln. Dabei soll in einer Synthese der Themen Erzählkunst, Umweltbildung und Naturschutz ein neuer Zugang zu Natur- und Landschaft geschaffen werden.

Weitere Informationen:
Projekt Flüsterwald

Blick auf das FFH-Gebiet „Wupper von Leverkusen bis Solingen“ bei Müngsten

Blick auf das FFH-Gebiet „Wupper von Leverkusen bis Solingen“ bei Müngsten

Flüsterwald

Flüsterwald


Förderung der Regionalvermarktung im Bergischen Land

Projektleitung: Biologische Station Oberberg
Kooperationspartner: Biologische Stationen Haus Bürgel und Mittlere Wupper

Zur Stärkung regionaler Strukturen und zur Förderung von Klima-, Tier-, Natur- und Landschaftsschutz im Bergischen Land unterstützen die Biologischen Stationen die Regionalmarke bergisch pur. bergisch pur verbindet regionale Produktion und somit die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe mit anspruchsvollen Richtlinien zur Produkterzeugung und -verarbeitung, die eine hohe Qualität der Lebensmittel sowie eine tiergerechte Haltung und Fütterung der Nutztiere gewährleisten und den Erhalt der bergischen Kulturlandschaft unterstützen. Die Biologischen Stationen sind für bergisch pur vor allem in den Bereichen Koordination, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Im Rahmen des Projektes liegt der Fokus dabei auf der Gastronomie, dem Lebensmitteleinzelhandel und den verarbeitenden Betrieben, wie zum Beispiel Metzgereien. Außerdem ist geplant, neue Produzenten mit weiteren Produktgruppen für die Mitgliedschaft bei bergisch pur hinzu zu gewinnen.

Weitere Informationen:
www.bergischpur.de

Die Biologische Station stellt bergisch pur-Produkte mit Informations- oder Verkaufsständen vor

Die Biologische Station stellt bergisch pur-Produkte mit Informations- oder Verkaufsständen vor


Lokale Obstsorten im Rheinland – vom Aussterben bedroht

Projektleitung: Biologische Station Aachen
Kooperationspartner: Biologische Stationen Düren, Euskirchen, Rhein-Kreis-Neuss, Haus Bürgel, Mittlere Wupper, Oberberg, Rhein-Berg, Rhein-Sieg, Westliches Ruhrgebiet und Haus Wildenrath

In allen Landesteilen Nordrhein-Westfalens existieren Obstsorten, von denen oftmals nur noch wenige Altbäume bekannt sind. Die meisten dieser sogenannten Lokalsorten sind nicht mehr über Baumschulen oder die Reisermuttergärten erhältlich. Zum Erhalt von genetischen Ressourcen und alten Kulturgütern sind diese seltenen und lokal verbreiteten Obstsorten jedoch besonders wertvoll. Vor diesem Hintergrund wird von den mit Obstwiesenschutz befassten Biologischen Stationen im Rheinland in Kooperation mit ortsansässigen Streuobstinitiativen die Erfassung, Sicherung und Dokumentation dieser lokal vorkommenden Streuobstsorten im gesamten Rheinland durchgeführt. Die Sorten sollen durch Virusfreimachung und Neuveredlung erhalten werden, damit die genetischen Besonderheiten, zum Beispiel Robustheit gegenüber Standortwidrigkeiten oder Krankheitserregern, für die Nachwelt und die Fortentwicklung neuer Sorten nicht verloren gehen.

Auf der Suche nach regionaltypischen Obstsorten, die vom Aussterben bedroht sind

Auf der Suche nach regionaltypischen Obstsorten, die vom Aussterben bedroht sind

Projekte > Netzwerk Umwelt – eine Kooperation der Biologischen Stationen im Rheinland mit dem Landschaftsverband Rheinland