Amphibienlebensräume in Remscheid

Auf der Suche nach Geburtshelferkröte, Wasserfrosch und Kammmolch

Neben den häufigeren Amphibienarten, wie Grasfrosch, Erdkröte, Berg- und Fadenmolch gab es in Remscheid bis vor einigen Jahren auch Amphibien, die natürlicherweise selten vorkommen, wie Geburtshelferkröte, Kammmolch und den Komplex der Wasserfrösche. Deren Bestände sind jedoch in den vergangenen Jahren noch kleiner geworden und zumindest die Geburtshelferkröte ist aus dem Remscheider Stadtgebiet möglicherweise ganz verschwunden. Für den Kammmolch sind nur ein Vorkommen im Naturschutzgebiet „Diepmannsbachtal und Seitenbäche“ und ein Einzelfund in Lüttringhausen bekannt. Im Auftrag der Stadt machte sich die Biologische Station deshalb im Jahr 2005 erstmals auf die Suche nach diesen seltenen Amphibienarten.

Tag und Nacht im Trüben fischen

Die Biologische Station begann mit der Untersuchung ausgewählter Teiche und Tümpel, in denen die drei seltenen Arten zu finden sein könnten. Die Gewässer wurden im Frühjahr meist zweimal nach Laich, Larven und ausgewachsenen Tieren abgesucht und das sowohl bei Tageslicht, als auch bei Dunkelheit. Zusätzlich käscherten Mitarbeiter der Biologischen Station in den Gewässern und versuchten, Geburtshelferkröten mit einer Klangattrappe zu locken. Seit dem Jahr 2006 setzte die Biologische Station außerdem Molchreusen ein, die über Nacht im Gewässer gelassen und am folgenden Tag kontrolliert wurden.

Keine Spur von Kröte und Co

Doch alles Suchen half nichts: obwohl die Biologische Station in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 20 Teiche und Tümpel in Remscheid untersuchte und die üblichen Bewohner wie Berg-, Faden- und Teichmolch, Grasfrosch und Erdkröte aufgespürt hat, waren weder Geburtshelferkröte, noch Wasserfrosch oder Kammmolch zu finden. Während die Ergebnisse für die Geburtshelferkröte und den Wasserfrosch so gut wie sicher sind, gibt es dennoch Hoffnung, dass der schwieriger nachzuweisende Kammmolch in einem der Gewässer vorkommt.

Immer weniger Lebensräume für Amphibien

Die Untersuchungsergebnisse der Biologischen Station deuten auf einen weiteren Rückgang der drei seltenen Amphibienarten hin. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass den Tieren immer weniger geeignete Lebensräume zur Verfügung stehen. Kleingewässer verschwinden oder werden als Fischteiche genutzt und im gewässernahen Gelände fehlt das abwechslungsreiche Mosaik aus Gehölzstrukturen, vegetationsarmen sonnigen Bereichen und ausreichend Versteckmöglichkeiten. Es ist deshalb besonders wichtig, noch vorhandene Lebensräume von Kröte, Frosch und Molch zu bewahren und auszubauen. So wurde zum Beispiel im Frühjahr 2009 nach Absprache zwischen der Biologischen Station und der Unteren Landschaftsbehörde Remscheid im Diepmannsbachtal ein zusätzlicher Teich angelegt, um das dortige Kammmolchvorkommen zu erhalten und zu fördern.

Der Kammmolch leidet unter der Zerstörung geeigneter Lebensräume

Der Kammmolch leidet unter der Zerstörung geeigneter Lebensräume

 

Praktikantin der Biologischen Station bei der Kontrolle einer Molchreuse

Praktikantin der Biologischen Station bei der Kontrolle einer Molchreuse

 

In den Remscheider Teichen fand die Biologische Station nur „die üblichen Verdächtigen“, wie den Grasfrosch

In den Remscheider Teichen fand die Biologische Station nur „die üblichen Verdächtigen“, wie den Grasfrosch

 

 

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